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Geschichtliches zur Orgel
I
Die O r g e l -
(grch. organon, "Werkzeug"), 
ein Tasteninstrument, bei dem Pfeifen als Tonerzeuger durch Wind zum Klingen gebracht werden. 
Die Hauptteile der Orgel sind das Pfeifenwerk mit Windladen, die Windversorgung, Traktur u. Spieltisch.
Das Pfeifenwerk gliedert sich in einzelne Register. Darunter versteht man eine Reihe von Pfeifen, die sich durch gleichen Klangcharakter auszeichnen, das sind zwischen 30 u. 56 Pfeifen. Jedes Register kann an- oder abgeschaltet werden.
Die Benennung der Register erfolgt meist nach einem ähnlich klingenden Blasinstrument oder nach der Bauart der Pfeifen 
( z.B. Spitzflöte, gedackt).
Wichtigstes Register ist das Prinzipal.
Die Pfeifen werden aus Holz, Zinn-Blei-Legierungen oder Kupfer angefertigt.
Man unterscheidet zwischen Labialpfeifen und Zungenpfeifen.
Die sogenannten Fußzahlen der Register (32' , 16' , 8') geben die Länge der tiefsten Pfeifen in offener zylindrischer Bauweise an.
Die Register werden in verschieden Werken zusammen- gefasst: Rückpositiv, Hauptwerk, Seitenwerk, Oberwerk, Kronwerk und Pedalwerk.
Jedes Werk wird am Spieltisch von einem eigenen Manual betätigt, das Pedalwerk von der Pedalklaviatur. 
Die einzelnen Werke können miteinander gekoppelt werden. Mit Ausnahme der Front, dem
sog. Prospekt,  sind sie von Gehäusen umschlossen.

Die Matthäus-Mauracher-Orgel in der Stadtpfarrkirche St. Andrä

 
Ein Werk, das von Jalousien abgeschlossen wird, die vom Spieltisch aus geöffnet werden können, nennt man Schwellwerk. Der Ton ist hierbei von piano bis forte stufenlos führbar.
Die Windladen, auf denen die Register angeordnet sind, enthalten Sperrungen für die einzelnen Register u. Öffnungsventile für die einzelnen Pfeifen.
Der Tastendruck vom Spieltisch wird durch meist kompliziert verlegte Drähte (Traktur) zum Pfeifenwerk übertragen.
Bei der pneumatischen Orgel wird die Traktur durch Druckluft betätigt. Sie erlaubt wegen der leichteren Spielbarkeit eine größere Spielvirtuosität. 
Der Spieltisch weist bis zu sechs schräg übereinander angeordnete Manuale auf sowie ein, selten zwei Pedale.
Neben und zum Teil über den Manualen sind die Registerzüge angeordnet.
Die Windversorgung erfolgte früher über Blasbälge. Seit etwa 1890 übernimmt ein elektrisches Gebläse, der Windmotor, diese Funktion.
Der erzeugte Wind wird durch den Windkanal zur Windlade weiter- geleitet. 
 
Zur Erklärung der Fachbegriffe siehe:  Orgellexikon
 
Quelle: Bertelsmann Lexikon, Band 11
 

www.mauracherorgel.info